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ÜBER UNS

Angefangen hat es in Ense-Parsit. Das Hotel Wulf, eröffnet von Theodor und Hannelore Wulf, steht seit über 50 Jahren für eine ausgezeichnete gutdeutsche Küche und eine Gastfreundschaft, die Ihresgleichen sucht.

Nach Übernahme des Geschäfts durch Astrid Wulf-Reuter und Dietmar Reuter kam eine weitere Lokalität dazu, die alte Mühle in Werl.

Hier wird die Tradition der warmherzigen Gastfreundschaft weitergeführt und durch die moderne Küche und das Ambiente der Mühle perfektioniert.

Wir wünschen Ihnen einen wunderbaren Aufenthalt  Wulfs alter Mühle Werl!

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Die Mühle

GESCHICHTLICHES

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Das von einem Werler Strafgefangenen im Jahre 1935 gefertigte Holzmodell der Stadt Werl „nach der Erbauung des Schlosses im Jahre 1519″ zeigte im Bereich der Steinerhofe, nahe an der Stadt­mauer und einem Mauerturm gelegen, die auf einem freien Platz stehende Windmühle des oben beschriebenen Turmtyps *2.

Ganz offensichtlich geht diese Darstellung auf die Karte „Die Mühlen im alten Werl und in der Umgebung“ zurück, die dem Beitrag „Die Mühlen in und um Werl“ des Werter Lehrers Wilhelm König im Soester Heimatkalender 1933 beigegeben war. König gibt seine Quellen nicht an, die die Lage der Windmühle in der Steinerhofe bezeugt hätten. Auch Mehler *3 und Friedrich von Klocke *4 kannten den Standort der Windmühle innerhalb der Mauern nicht. Bei den Recherchen für diese Arbeit wurden ebenfalls keine Belege gefunden, die die Lage der Windmühle in der Steinerhofe auch nur in etwa als möglich erscheinen lassen. Die Lage der Windmühle in der Steinerhofe ist an der von König angenommenen Stelle auch aus dem topographischen Befund der Örtlichkeiten nicht nachweisbar.

 

Gleich in den ersten Belegen zur Windmühle in der Stadt wird vom „Windmühlenberg“ gesprochen. Eine merkliche Erhebung ist jedoch innerhalb der Steinerhofe an der von König angenommenen Stelle nicht vorhanden oder vorsichtiger ausgedrückt, ist bei den Nachforschungen eine Erhebung oder aber spätere Abtragung einer Erhebung in diesem Teil der Stadt in den eingesehenen Quellen nicht begegnet.

 

Die bislang früheste Kunde von der Existenz einer Windmühle in Werl liefert eine Urkunde vom 20. Dezember 1433, in der Evert Roest als Bürger „to Werle upp deme Wyntmolenberghe“ genannt wird“.

Derselbe wird auch in einer Urkunde des Werter Propsteiarchivs vom 26. Mai 1444 als „op me wintmollen berge“ wohnhaft bezeichnet. Aus den Bezeichnungen „to Werle“ (= zu Werl) und „op nie“ (= auf dem) geht klar her­vor, dass der Windmühlenberg innerhalb der Stadtgrenzen lag, auch wohnte kein Bürger außerhalb des Mauerringes! In den 1472 einsetzenden Kämmereirechnungsbüchern des Stadtarchivs wird die Windmühle erstmals am 1. Dezember 1481 erwähnt (Bl. 76v). Lassen die Urkunden von 1433 und 1444 noch keine Lagebestimmung der Windmühle zu, geben einige Urkunden des Stadtarchivs Hinweise, die mit anderen Nachrichten verbunden, zunächst einmal die Hofe der Stadt ermitteln lassen, in der die Mühle lag. So besaß der Werler Bürger Heinemann Lusse 1553 ein Haus am Wändmühlenberg, welches gegenüber dem Haus des Eman Krispen lag *6.

 

Nach dem Schatzregister von 1596 wohnte der Erbsälzer Eman Krispen in der Meisterhofe *7! In einer Urkunde von 1574 wird ein Haus und Hof am Windmühlenberg als zwischen den Häusern des Kestin (= Christian) Semers und des kleinen Johanns bezeichnet *8. Nach dem Schatzregister von 1596 wohnte ein Johann Semer in der Meisterhofe, und auch der kleine Johann wohnte in diesem Stadtteil, bezeugt im Steuerregisterfragment von 1572 *9. Auch Philip Binhold wohnte schon 1596 in der Meisterhofe. 1616 wird sein Haus am Windmühlenberg genannt, bei dem Haus des verstorbenen Eman Krispen *10. Aus diesen Nachrichten geht nun klar hervor, dass die Windmühle nicht in der Steinerhofe, sondern in der Meisterhofe lag.

 

Im Frühjahr 1986 wurden dem Stadtarchiv Werl aus Privatbesitz fünf Pergamenturkunden, die mittels eines Pergamentsteifens und einem Siegel miteinander verbunden waren, leihweise übergeben. Sie wurden sofort vom Verfasser gelesen, regestiert (= Anfertigung einer Kurzinhaltsangabe) und als Kopien dem Archiv zugeordnet, dem die Originale entstammten *11.

Es handelte sich um bislang unbekannte Urkunden aus den Jahren 1543 (2 Stück), 1556,1558 und 1610. Inhaltlich ging es um den jeweiligen Verkauf eines Hauses mit Zubehör. Die Reihe der Hausbesitzer führte von Bernd Wytfeld vor 1543 bis zu dem Erbsälzer Caspar Papen (um 1594-1676), der den Besitz (noch unter Vormund­schaftstehend) 1610 von dem bereits 1596 in der Meisterhofe wohnenden Michael Gülicher jun. angekauft hatte. Ein Sohn des Caspar Papen wurde 1683 Gutsbesitzer zu Koeningen. Im Archiv dieser Familie, der als Stadtsitz die heutige Stadtbücherei diente, sind die Urkunden dann verblieben. Leider läßt sich der Erbgang des Hauses derzeit über das Jahr 1610 hinaus nicht verfolgen. Die Urkunden sind von besonderem Wert, bringen sie uns doch in der Suche nach dem Standort der Windmühle in der Meisterhofe ein gutes Stück voran. Die älteste der fünf Urkunden, vom 14. März 1543 stammend, beschreibt das verkaufte Haus als „gelegenn teggen deme alden Wintmollenwegge dar men heraff (= hinab!) na deme saltplasse geth und dat (…) erve schut achter sit seligenn Bürgermeister Gerd Nismeds erve“. Zum Haus gehörte noch das Recht eines „friggen Watergangks tho deme Putte.“

 

Aus zwei anderen Urkunden des Archivs v. Papen Koeningen ist zu entnehmen, dass die Papen schon 1510 ein Haus an der Windmühle besaßen *12. Die Meisterhofe hatte überhaupt zahlreichen Hausbesitz der Familie Papen. So besaß Peter Pape 1594 ein Haus und Hof am Windmühlenweg und weitere fünf dabei liegende Häuser und Scheunen *13. Auch der Erbsälzer Kone Notlike wohnte 1515 am Windmühlenberg *14. Welche Erkenntnisse lassen sich nun aus den angeführten Urkunden gewinnen? Unter Zuhilfenahme des Urkatasterplanes *15 der Stadt Werl von 1829 lässt sich feststellen, dass die Melster(tor)straße und die Fryengasse (= die spätere Sandgasse) aus Richtung des Meistertores (im Bereich des heutigen Judenfriedhofs) hinab (!) zur Bachstraße, der früheren Salzplatzstraße, zum Salzplatz führten! Weiterhin lagen gerade in diesem Bereich die Grundstücke mit den großzügigsten Zuschnitten innerhalb der gesamten Meisterhofe. Wie wir gesehen haben, lagen in der Nachbarschaft des Windmühlenberges Grundbesitzungen bedeutender Werler Familien, die sich in ihren Größen bestimmt von den Grundstücken der Kleinbürger absetzten. Weiterhin ist ohne Zweifel zu unterstellen, die Windmühle habe auf der höchsten Erhebung der Meisterhofe gestanden. Nach den zugänglichen Karten mit Höhenangaben liegt in dem angesprochenen Bereich zwischen Meisterstraße und Sandgasse tatsächlich ein markanter Höhenpunkt, der in alter Zeit noch höher gewesen sein mag! Die Sandgasse liegt in der Höhe der Auffahrt des Parkdecks des Kaufhauses Woolworth auf 90,02 Meter und damit etwa 2,10 Meter über dem Niveau der Meisterstraße 15. In diesem Bereich, nahe dem Parkhaus, darf man den Standort der bereits 1433 erwähnten Windmühle auf dem Windmühlenberg vermuten! Auf dem Urkatasterplan von 1829 ist in diesem Bereich ein unbebautes Grundstück verzeichnet, welches zur Besitzung der Erbsälzerfamilie v. Lilien (heute Familie Wiemer, Meisterstraße 14) gehörte. Eine umfangreiche Recherche im Stadtarchiv Werl hat ergeben, dass die Besitzung Wiemer, die sich im Osten bis direkt an den Wassergraben des Meistergrabens erstreckte, im Jahre 1635 dem Ehepaar Johann Biggeleben und Anna Kleinsorgen gehörte. Zu dieser Zeit war die alte Windmühle nach ihrer Zerstörung durch Brand bereits seit über 80 Jahren an dieser Stelle nicht mehr in Betrieb. Das Viehschatzregister des Jahres 1635 birgt jedoch eine Überraschung: In unmittelbarer Nachbarschaft von Johärm Biggeleben wohnte eine Frau, genannt „die WindtmoUersche“ *16.

 

Zehn Jahre früher (1625) wohnte in der Meisterhofe (wohl an glei­cher Stelle) „JostWindmuller *17). Es ist zu vermuten, dass wir mit diesen Personen ein (wohl ärmeres *18) Ehepaar vor uns haben, das möglicherweise in einem Ruinenrest der ausgebrannten Windmühle in den Jahren des Dreißigjährigen Krieges sein Dasein fristete. Dem Registerschreiber war möglicherweise nicht einmal der Familienname des Paares geläufig, und er begnügte sich mit der Hilfsbezeichnung ihres Wohnplatzes. Soweit feststellbar, taucht die Bezeichnung „Windmühlenberg“ zuletzt im Jahre 1697 auf, als die Eheleute Johann Tyreü und Catharina Rübing ihr dort gelegenes Haus dem Dietrich Honertz oder Hovertz verkauften *19. Höchstwahrscheinlich im Sommer 1554 wurde die Windmühle in der Meisterhofe das Opfer eines Blitzschlages *20. Am 9. Oktober dieses Jahres gestattete Erzbischof Adolf von Köln der Stadt Werl anstelle der zerstörten Windmühle in der Stadt für die Bürger Werls die Anlegung einer neuen Mühle außerhalb der Stadt, unbeschadet des erzbischöflichen Mühlenrechtes für das Schloß zu Werl oder des Mühlenrechtes der Bewohner des Amtes Werl. Die Verlegung der Mühle außerhalb der Stadtmauern geschah ohne Zweifel auch aus Sicherheitsgründen. Der Mühlenbrand hatte nämlich mindestens ein weiteres in unmittelbarer Nähe befindliches Haus zerstört *21. War die Errichtung der Windmühle in der Meisterhofe, also innerhalb der Stadtmauern, vor 1433 sicherlich auch aus militärtaktischen Gründen erwogen worden, boten die Stadtmauern nach fortgeschrittener Erobe­rungstechnik auch für einen schützenswerten und lebenswichtigen Mühlenbau keinen hinreichenden Schutz mehr. Die Verlegung der Windmühle außerhalb der Stadtmauern bot zudem die Möglichkeit, die Windverhältnisse künftig besser nutzen zu können. So wurde die neue Mühle im Süden vor der Stadt an der Straße nach Bremen errichtet. Der Höhenunterschied gegenüber dem Standort in der Meisterhofe betrug somit etwa 20 bis 25 Meter. Auch war die Windmühle nicht zu weit von der Stadt entfernt, so dass sie von den Bürgern noch bequem erreicht werden konnte. Wie uns der noch heute erhaltene und seit 1965 als Restaurant genutzte Bau zeigt, hatte sich die Stadt für den Turmtyp mit drehbarem Aufsatz in Holzkonstruktion ent­schieden. Diesen sehr weit verbreiteten Mühlentyp treffen wir auch in der möglicherweise ebenfalls Mitte des 16. Jahrhunderts errichteten Windmühle in WerlHilbeck an, die auf etwa 87 m Höhe gelegen, noch mit einem „Wehrgang“ ausgestattet ist *22.

 

Abgesehen von den gelegentlichen Erwähnungen *23 in Urkunden, wo die Windmühle an der Neheimer Straße zur Orientierung diente, ist aus der späteren Geschichte nur wenig Herausragendes bekannt. So lieferte z. B. Pier zu Scheidingen 1692 ein Reep (= Seil) für die Windmühle im Wert von 2 Rthlr. 13 Schilling und 6 Pfennig *24. Im Sommer 1698 erfolgte eine umfangreiche Instandsetzung des mittlerweile über 140 Jahre alten Bauwerks. Diese Maßnahme kostete insgesamt 200 Rthlr. 41 Schilling und 9 Pfennig *25. Schon wenige Jahre später brach 1704 auch in dieser Mühle ein verheerender Brand aus, dessen Schadenbeseitigung sich bis in das Jahr 1705 hinzog *26. Die Windmühle führte im Jahre 1811 die Hausnummer 440. Sie war im Besitz der Stadt und hatte einen Wert von 1746 1²/³ Rthlr. Ein zugehöriger Stall wurde zu 87 % Rthlr. veranschlagt *27. So stellte die Mühle für die Stadt ein beträchtliches Vermögen dar. Bei Aufnahme größerer Kapitalien durch die Stadt war sie gelegentlich zusammen mit der Stadtwassermühle als Pfandobjekt eingesetzt *28. Etwas besser als über die Baugeschichte der Windmühle sind wir über die Personen unterrichtet, die in ihr arbeiteten. Hinerk Winthmulner ist der erste namentlich bekannte Müller. Am 19. Februar 1564 wurde er als Bürger zu Werl angenommen *29. 1609, am 10. Oktober, wurde Wilhelm Robbert als Windmüller angenommen. Er musste versprechen, die Mühle ordentlich zu erhalten, sowohl arme wie reiche „multern“ (= Mahlgäste/Mahlkunden) zu bedienen und getreulich zu mahlen. Als Sicherheit für seine Zusagen verpfändete er der Stadt einen Erbgarten zwischen Büdericher- und Neuerpforte *30. Robbert war offensichtlich nicht lange in der Mühle, denn bereits am 10. Januar 1612 vermie­tete die Stadt die Windmühle an Caspar von Asperg (Aßberg), zunächst nur für ein Jahr. Auch er wurde verpflichtet, die Mühle instandzuhalten. Es war festgelegt, dass die Stadt das „grobe Werk“, nämlich Flügel, Steine, Spindel, Kamrad und Welle zu unterhalten habe, der Windmüller hingegen die anderen Dinge. In seinem Eid wurde ihm auferlegt, gegen jedermann freundlich zu sein, dass keine Klagen vor den Rat kommen. Die Miete für ein Jahr betrug 100 gemeine Taler, die in Raten zu je 25 Taler auf Mai­tag, Jakobi, Allerheiligen und 3 Könige zu ent­richten waren. Vor Caspar von Asperg war Johann Nottebaum Windmüller gewesen. Wegen Brüchtenstrafen und unterschlagenem Korn war er jedoch abgesetzt und im Rathausgefängnis in­haftiert worden *31.

 

Aus der Reihe der Windmüller soll noch Jürgen Thomas erwähnt werden. Er war gebürtig aus „Mehren bei Olmitz“ und wurde am 15. Mai 1686 in Dienst genommen *32. Die Windmühle wurde nach Mehler 1822 zum Verkauf ausgesetzt und am 28. August dieses Jahres an den meistbietendenNorbert Frigge für 800 Taler verkauft. Akten der Stadt und des Erbsälzerarchivs zufolge verkaufte Frigge die Mühle jedoch bereits am 24. Dezember 1822 an das Erbsälzerkollegium, in deren Besitz sich die Mühle mindestens noch 1836 befand *32. Vor 1840 ging sie dann in den Besitz der Familie Drees über, wurde instandgesetzt, erweitert und später durch Anlage eines Dampfbetriebes technisch der Zeit angepaßt *32″. Auch ein neues Wohnhaus wurde errichtet *33. Die vor einigen Jahren unter Denkmalschutz gestellte Windmühle ist heute im Besitz der Familie Rinsche. Dass aber auch zwischen Werl und Büderich einmal eine Windmühle bestanden hat, ist bisher nicht bekannt gewesen. Im März 1663 hatte die Stadt die Absicht, die in „vorigen Kreigstroublen“ dort zerstörte Mühle wieder zu errichten. Das Geld wollte man anleihen und durch eine Schätzung aufbringen. Am 19. September 1663 war die Windmühle fertiggestellt. Doch die 300 Rthlr., die sich die Stadt für diesen Bau beim Kloster Khynern geriehen hatte, reichten nicht zur Deckung der Kosten. Aus einem „anderen Topf mußten noch einmal 40 Rthlr. zugeschossen werden *34. Da diese Windmühle späterhin in den Quellen nicht mehr genannt wird, scheint ihr kein längeres Leben beschieden gewesen zu sein. Die Werler Windmühle an der Neheimer Straße jedoch ist durch die sinnvolle Nutzung als Restaurant in ihrem Bestand gesichert und kündet noch heute mit ihrem markanten Bau vom technischen Fortschritt vergangener Tage. Mag sie erhalten bleiben und auch kommenden Geschlechtern von längst entschwundenen Jahrhunderten Werler Stadtgeschichte erzählen.

 

 

Worterklärungen:

mutieren = multer = die Abgabe für das Mahlen des Getreides

breuwerzeichen = Brauerzeichen = münzenähnliche Pla­kette zum Berechnen der Braumalzsteuer Quelle: St A Werl, CUINr.2Bl. 7 in einer Handschrift von Stadtsekretär Philipp Cappius, dervon 1636-1667 im Amt war.

* In der Akte B 33 a (Bl. 9-9v) hat sich eine Fassung des Stadtmüllereides aus der Zeit um 1720 erhalten. An der oben mit * bezeichneten Stelle hat der Eid folgende Er­gänzung: „bevorab keinem Bräwer (= Brauer) sein Maltz außfolgen zu laßen, eß habe dan zuvom der Kahrentreiber die Zeichen würcklich dafür bezahlt.“

 

Anmerkungen:

*2 Abbildung in: Helmuth Euler, Werl unterm Hakenkreuz (…), Werl 1983, S. 336 und Stadtprospekt von Werl von 1935. Das Modell wurde nach 1945 wegen

Brennstoffinangel leider verfeuert.

*3 F. J. Mehler, Geschichte der Stadt Werl, Werl, 1891, S. 126.

*4 Friedrich v. Klocke, Das Patriziatsproblem und die Werler Erbsälzer, Münster 1965, S. 302 unten Anm. 12.

*5 Staatsarchiv Münster (künftig STAMS), Kloster Fröndenberg, Urk. Nr. 393. Die Nachbarstadt Soest besaß schon um 1280 eine Windmühle. Vgl. Hubertus

Schwartz, Soest in seinen Denkmälern, Bd. EI, Soest 1957, S. 177.

*6 Stadtarchiv Werl (künftig StA Werl), Urk. Nr. 345.

*7 Das Schatzregister von 1596 ist abgedruckt in: H. J. Deisting, Werler Bürgerbuch 1551-1877, Münster 1979.

*8 StA Werl, Urk. Nr. 394.

*9 Ebenfalls im Werler Bürgerbuch (vgl. Anm. 7) ab­gedruckt.

*10 StA Werl, Urk. Nr. 459.

*11 Im Sommer 1987 konnte das Stadtarchiv Werl die Originalurkunden ankaufen. Es handelt sich um die Nummern Su 34a, Su 34 b, Su 45a, Su 47a und Su 84a

des Erbsälzerarchivs. Abt. v. Papen-Köningen.

*12 Ebda., Urkunden Su 16 und Su 18.

*13 Fürstenberg’sches Archiv Herdringen, IIIF 22 Nr. 82 und 83.

*14 v. Klocke, a. a. O., S. 302 unter C, 10.

*15 Nach den Bauakten des Parkhauses Woolworth (1973/74) im Bauamt der Stadt Werl.

*16 Vgl. Mitteilungen der Werler.Arbeitsgemeinschaft für Familienforschung (…), Bd. I, S. 6 und S. 211 Nr. 37 und Nr. 42.

*17 StA Werl, Akten B 1.

*18 1625 steht löst Windmullerin der Restantenliste, er konnte also seine Steuerschuld nicht zahlen. Die Windtmollersche besaß 1635 keinerlei Vieh.

Der „Nachbar“ Johann Biggeleben dagegen hatte 2 Pferde, 5 Kühe und 4 Schweine in seinem Stall.

*19 Deutsches Geschlechterbuch, Bd. 152 (Starke Ver­lag, Limburg/Lahn), 1970, S. 272.

*20 Die Formulierung der Urkunde (StA Werl, Nr. 353) „Unwetter und Brand“ läßt auf Blitzschlag schlie­ßen. Nach der Liste der Stadtbrände, die Detmar Josef v.

Melün überliefert, war vor 1554 im Jahre 1550 ein größerer Stadtbrand gewesen (StA Werl, Dep. Erbsälzerarchiv Sb I 9 Bd. I S. 342 f.). In diesem Stadtbrand

dürfte die Zerstörung der Windmühle jedoch nicht geschehen sein, da die Werler bis zur Errichtung der neuen Mühle gut fünf Jahre ohne Windmühle hätten

auskommen müssen. 1560 war die Windmühle längst fertiggestellt (Urk. Sw l des Erbsälzerarchivs im StA Werl).

*21 Urkunde Su 45a vom 19. Mai 1556. Diese Urkunde gehört zu dem angesprochenen Urkundenfund von 1986. Vgl. Anm. 11.

*22 Abbildung in: R. Preising, Hilbeck. Geschichte ei­nes märkischen Dorfes vor den Toren von Werl, Münster 1981, S. 164.

*23 Z. B. Urk. Nr. 408 StA Werl von 1580 und Urkunde vom 10.4.1604 im Archiv v. Papen-Wilbring. Nach StA Werl, Nachlaß Preising, Akte 117.

*24 StA Werl, C H 7 Bd. IV Bl. 64.

*25 Ebda., Bl. 240-240v.

*26 Ebda., Bl. 440 und Bd. VB1. 18.

*27 Ebda, E 69 Nr. 8 Bl. 224v.

*28 Ebda, Urkunden Nr. 527 (29. Juli 1704) und Nr. 531 (23. April 1712).

*29 Deisting, Werler Bürgerbuch .. , Nr. 56.

*30 StA Werl, C I Nr. l Bl. 60. Freundl. Hinweis von Frau A. Karsten.

*31 Ebda., Nachlaß Preising, Akte 123 Bd. I und Ebda., B35aNr. 1.

*32 Ebda, C I Nr. 9 Bl. 301v.

*32a StA Werl, Dep. Erbsälzerarchiv Sc IV 9.

*32b So baute der Windmüller Johann Drees 1840 in die bis dahin nur mit zwei Mahlgängen eingerichtete Mühle einen dritten Gang zur Bereitung geschälter

Gerste ein. (Amtsblatt der Kgl. preuß. Regierung Arnsberg, Jg. 1840, S. 352. Freundl. Hinweis von Willi Pasvos).

*33 Mehler, a. a. O., S. 127.

*34 StA Werl, Nachlaß Preising, Akte 123 Bd. II. Rats­protokollauszüge aus C I Nr. 5a Bl. 290, 294 und 308.

*35 Herkunft der Karte: STAMS, Kartensammlung A 7914. Ehemals Beilage einer Reichskammergerichtsakte von 1613 (Vorinstanz: Offizial Köln 1612) im Streit der

Stadt Werl gegen Dr. Wilhelm Steinfurt zu Werl um den Besitz der Blumenthaler Schaf­gerechtigkeit. (Die Karte wird inzwischen vom STAMS als Colorpostkarte

vertrieben.) Die Dar­stellung der Stadt Werl ist überwiegend als Phantasiezeichnung zu werten. Wichtiger waren die genauen Lagen der strittigen

Geländestücke bei Blumenthal. Die Windmühle (1) ist noch als hölzerne Bockwindmühle dargestellt, obwohl angenommen werden darf, dass die um 1554/55

errichtete Mühle der heute vorhandene Baukörper ist. Eine Bockwindmühle scheint für den Zeichner das gegebene „Mühlenmodell“ gewesen zu sein. Der

Standort liegt richtig, zwischen der Straße nach Soest (links) und der Straße nach Bremen (3). In der Wegegabel (links der Ziffer 2) steht: „Hir hat gestanden

die alte Windtmühle“. Da von einer Standortveränderung der Windmühle an der Neheimer Straße (oder gar zwei Windmühlen) nichts überliefert ist, kann ein

Informationsirrtum des Zeichners angenommem werden. Ihm ist sicher berichtet worden (oder er wußte es aus Erzählungen), die Mühle habe früher in der

Stadt oder näher bei der Stadt gestanden. Die Mühlendarstellung aus Baudartius (1622) „Werl 1586″ (vgl. W. Leidinger, Documenta Werlensia, Werl, 1972,

S. 14.) kann auch nur als Bockwindmühle gedeutet werden. Allen Stadtansichten Werls vor 1661 ist überdies keine hohe Detailtreue zuzuschreiben.

 

Quelle: Jahrbuch der Stadt Werl und des Neuen Heimat- und Geschichtsverein e. V.